Keine Loesung der Verkehrsprobleme in Sicht

Parkplatz 01

In den ersten beiden Monaten dieses Jahres wurden in Vietnam mehr als 212.000 Zweiradfahrzeuge neu angemeldet. Damit stieg die Zahl der offiziell registrierten Mopeds und Motorraeder auf ueber 39 Millionen. Nach Einschaetzung der Behoerden sollte diese Anzahl eigentlich erst weit nach dem Jahre 2020 erreicht werden. Dazu kommt noch, besonders in den laendlichen Gebieten, eine unbekannte, nach meiner Ansicht nicht gerade geringe Zahl von Fahrzeugen, die gar nicht angemeldet sind.

Die Anzahl der Privatautos auf Vietnams Strassen erhoehte sich von 1,5 Millionen vor einem Jahr auf gegenwaertig 2,1 Millionen. Sie soll bis 2020 auf 3,5 Millionen steigen.

Um das Verkehrschaos in den grossen Staedten besser in den Griff zu bekommen sowie Staus und Unfaelle zu reduzieren wurde in letzter Zeit unter Experten sehr intensiv darueber diskutiert, Mopeds aus den Zentren der Staedte fernzuhalten. Durchsetzen konnte sich dieser Vorschlag jedoch nicht. Nun soll wieder verstaerkt auf den oeffentlichen Nahverkehr gesetzt werden. Dazu passt aber so gar nicht, dass die Busgesellschaft von Hanoi demnaechst wieder einmal ihre Fahrpreise erhoehen wird. Der Preis fuer eine Fahrt in der Innenstadt soll von 5.000 VNĐ auf 7.000 VNĐ (24 Cent) steigen. Fuer laengere Strecken wie z.B. zum Flughafen wird der Ticketpreis von 7.000 VNĐ auf 8.000 VNĐ erhoeht. Auch Monatskarten und Zeitkarten fuer Schueler und Studenten werden teurer.

Viele Gruesse
Cathrin

Parkplatz 02

Bedenkzeit

Februar 2014

Ich habe heute ein Angebot fuer einen regulaeren Job als Geschichts- und Geografielehrerin an unserer Mittelschule ab dem naechsten Schuljahr bekommen und bin gerade am Ueberlegen. Zwar wollte ich schon immer etwas mit Kindern machen (was ich ja inzwischen auch tue), aber Lehrerin wollte ich eigentlich nie werden. Ich halte mich fuer nicht sehr geeignet fuer diesen Beruf. Mal so nebenbei als Aushilfe fuer ein paar Stunden in der Woche wie zur Zeit macht es mir ja Spass, vor allem weil ich mich an keinen Lehrplan halten muss. Trotzdem geht fuer die Unterrichtsvorbereitung jede Menge Zeit drauf. Ich habe mir ein paar Tage Bedenkzeit ausgebeten, weil ich befuerchte, bei einem Ganztagsjob nicht mehr genug Zeit fuer meine Maedels zu haben. Die werden allerdings ab September alle drei diese Schule besuchen, Giang und Hạnh die sechste und Huyền die neunte. Da ich auf das Gehalt nicht angewiesen bin, wuerde ich monatlich eine gewisse Summe davon der Schule fuer Renovierungsarbeiten oder Anschaffung neuer Lehrmittel zur Verfuegung stellen. Bis naechsten Mittwoch muss ich mich entscheiden.

Viele Gruesse
Cathrin

Der unbekannte Krieg

Niemals vergessen

Am 17. Februar jaehrte sich zum 35. Mal der Einmarsch chinesischer Truppen in nordvietnamesische Grenzprovinzen. Nach Meinung der Weltoeffentlichkeit wollte China damit den Sturz des mit ihm verbuendeten Regimes der Roten Khmer in Kambodscha raechen. Aber weder in den oeffentlichen Erklaerungen, die die „Strafexpedition“ begleiteten, noch in den Reden der chinesischen Delegation bei den Verhandlungen ueber Fragen der Grenzfestlegung, die ab Maerz stattfanden, war von Kambodscha die Rede. Die Nachrichtenagentur „Neues China“ gab nur folgende Begruendung:

Als die feindlichen Aktionen Vietnams die Grenzen des Ertraeglichen ueberschritten, waren die chinesischen Grenzeinheiten gezwungen, zum Gegenangriff ueberzugehen.

Bereits zuvor hatte Deng Xiaoping auf Reisen in die USA und nach Japan angekuendigt, man werde Vietnam wegen seiner Grenzverletzungen eine „Lektion“ erteilen. Nach inoffiziellen Aussagen chinesischer Diplomaten, die in der westlichen Presse zitiert wurden, sollte die Intervention die „Ausrichtung Vietnams auf Moskau beenden“.

Februar 1979 chinesische Invasion

Die nach unterschiedlichen Angaben zwischen 400.000 und 600.000 Mann starke chinesische Invasionsarmee wurde schon bald von zahlenmaessig weit unterlegenen vietnamesischen Grenztruppen und Milizen zum Stehen gebraucht. Die auesserste Brutalitaet, mit der bei der zeitweisen Besetzung der nordvietnamesischen Provinzen gegen die Zivilbevoelkerung vorgegangen wurde, machte deutlich, dass es vor allem um die Demuetigung Vietnams und die Zerstoerung seines Prestiges als Sieger ueber die USA ging. Die Rechnung der Chinesen ging jedoch nicht auf. Sie mussten nach weniger als einem Monat den Rueckzug antreten. Bei den Kaempfen kamen 26.000 chinesische Soldaten sowie auf vietnamesischer Seite etwa 30.000 Soldaten und Zivilisten ums Leben.

Dieser Krieg war aus dem Bewusstsein der vietnamesischen Oeffentlichkeit weitestgehend verschwunden. Ursprueglich hatte ich deshalb fuer diesen Blogeintrag eine Ueberschrift wie Der vergessene Krieg oder Der verschwiegene Krieg angedacht. Doch in diesen Tagen beschaeftigen sich die vietnamesischen Medien sehr ausfuehrlich mit diesem Ereignis. Das war wie gesagt nicht immer so. Die Beziehungen zwischen Vietnam und China sind, vor allem im Hinblick auf den Streit um die Seegrenzen im Ostmeer, aeusserst sensibel. Ich halte allerdings die bisherige Zurueckhaltung der vietnamesischen Regierung in Bezug auf diesen Grenzkrieg nicht fuer angebracht. Und so beklagen sich dann auch in Leserkommentaren bei VnExpress oder VietNamNet besonders Angehoerige der Generation der unter 40jaehrigen, dass sie bisher ueber diesen Krieg ueberhaupt nichts gewusst haben.

Lehrbuch Geschichte 01Lehrbuch Geschichte 02

Und tatsaechlich kommt dieser Konflikt mit China im Geschichtsunterricht an den Schulen so gut wie gar nicht vor. Lediglich im Lehrbuch fuer die 12. Klassen wird er quasi nebenbei in zwei sehr kurzen Absaetzen abgehandelt. Auch in meinem Diplomstudium war er dem Dozenten nur eine Randnotiz wert. Hier gehoeren die Lehrplaene unbedingt veraendert und verbessert. Ich unterrichte ja noch immer ehrenamtlich zweimal in der Woche an unserer Mittelschule und habe natuerlich den kurzen Krieg von 1979 in meinen Unterricht einfliessen lassen. Die Kinder wussten wirklich nichts davon.

Eine offizielle Gedenkfeier fuer die vielen Opfer gab es allerdings auch in diesem Jahr nicht. Es wurde lediglich am 19. Februar im Rahmen einer Konferenz von Regierung und Vaterlaendischer Front, in der alle Massenorganisationen zusammengeschlossen sind, eine Gedenkstunde abgehalten, bei der u.a. Ministerpraesident Nguyễn Tấn Dũng und der Vorsitzende des Zentralkommitees der Vaterlaendischen Front Nguyễn Thiện Nhân das Wort ergriffen. Bereits am 16. Februar versammelten sich im Zentrum von Hanoi etwa 60 bis 80 Menschen, um mit einer unangemeldeten Veranstaltung der Opfer zu gedenken und gegen China zu protestieren. Die Polizei liess sie gewaehren. Es soll aber zu heftigen Diskussionen mit Passanten gekommen sein. In den diversen Hetzblogs wurde anschliessend der total absurde Vorwurf geaeussert, die Stadtverwaltung von Hanoi haette extra zu diesem Termin eine Menge Taenzer zum Denkmal von Lý Thái Tổ geschickt, um die Veranstaltung zu stoeren. Dieser Vorwurf ist aber nun mehr als laecherlich. Wer regelmaessig mein Blog liest, kennt sicher die Fotos und Videos von diesem beliebten Treffpunkt der Einwohner Hanois. Dort ist eigentlich immer etwas los, angefangen vom morgendlichen Fruehsport bis zum abendlichen Treffen von jungen Leuten, die gemeinsam singen. Warum sollten die sich also ausgerechnet an diesem Tag fernhalten?

Viele Gruesse
Cathrin

Die Ukraine im Wuergegriff der EU

EU-Demokratie Ukraine

Alle Nationen welche anders leben wollen als in einer sogenannten Demokratie der Europäischen Union und der USA werden in irgendeiner Form destabilisiert.Die Schweiz wird ja mittlerweile auch als Demokratiefeind angesehen,weil das Volk! sich für eine Änderung der Einwanderungspolitik entschieden hat. Wir müssen uns nur vor Augen halten,mit welcher Brutalität die sogenannten Freiheitskämpfer vom Maidan gegen Polizisten vorgehen.Und das eigentlich Schlimme ist ein Klitschko,welcher zu Bürgerwehren aufruft.Bürgerwehren führen bekanntlich zum Bürgerkrieg den ein Großteil der Ukrainer mit Sicherheit nicht will.

Diese Saetze schrieb vorgestern einer meiner Facebook-Freunde. Eigentlich ist dem nicht mehr viel hinzuzufuegen. Ich moechte aber trotzdem ein bischen ausfuehrlicher meine Gedanken dazu aeussern.

Die Bevoelkerung der Ukraine betraegt etwa 45 Millionen. In Kiew leben etwa 2,7 Millionen Menschen. Wenn das Gesuelze der westlichen Medien von Diktatur und Unterdrueckung wirklich stimmen wuerde, dann wuerde in den Nachrichten nicht gemeldet werden, dass „Tausende“ oder „Zehntausende“ Demonstranten auf der Straßsse sind. So eine geringe Zahl erschuettert doch kein Land, auch nicht Deutschland. Mit ein paar tausend Menschen kann man keine „Europaeische Revolution“ starten. Oder etwa doch? Fuer den Westen ist es vielleicht moeglich. Solange ein Teil der Ukrainer schlaeft und die EU im Propaganda-Koma lebt, ist es vielleicht doch moeglich.

Aber nehmen wir doch einmal an, alles ist wahr, was die westlichen Medien behaupten. Dann haben die „oppositionellen“ Ukrainer eine solch verachtungswuerdige Art zu demonstrieren, die ich selbst wenn ich wollte nicht gut heissen kann, egal auf welcher Seite sie stehen. Vandalismus, Koerperverletzung und sogar Mord ist keine Art der Demonstration! Ich frage mich bei all dem Feuer, dass in Kiew gelegt wurde, sind diese Menschen stolz darauf so ein Chaos zu verbreiten in ihrer Stadt? Ist es ueberhaupt ihre Stadt? Im Deutschlandfunk habe ich gestern gehoert, dass laut einer Umfrage 82 Prozent der Demonstranten gar nicht aus Kiew sein sollen. Je mehr Bilder ich sehe, desto weniger habe ich das Gefuehl, dass das ueberhaupt „Demonstranten“ sind. Einige von ihnen sehen aus wie „EU-Hooligans“, die den Konflikt schoen aufheizen sollen.

Ukraine Opposition

Ich frage mich auch, wie man in Berlin reagieren wuerde, wenn regierungskritische Demonstranten, darunter faschistische Gruppierungen, sich bewaffnen und mit scharfer Munition schiessen und monatelang Regierungs- und Verwaltungsgebaeude besetzt halten. Oder wenn „friedliche“ Protestierer eine SPD- oder CDU-Parteizentrale stuermen und dabei eine Buerokraft erschlagen. Oder wenn in Berlin Wowereits Amtssitz gestuermt und angezuendet wird. Wowi, der Held des BER. Goennen wuerde ich es ihm ja.

Wenn diese angebliche Revolution gelingen sollte, dann wird es ein Trauertag fuer die Ukraine werden. Es wird der Tag sein, an dem sie jegliche Unabhaengigkeit verliert. Ukrainische Maedchen werden der EU-Prostitutionsmafia zum Opfer fallen, aehnlich wie in Tschechien, und andere Ereignisse, besonders auch oekonomische Faktoren werden auf dieses Land zukommen. Zum Nachteil des Volkes natuerlich, denn den westlichen Konzernen geht es doch nur um einen neuen riesigen Absatzmarkt. Aber es werden auch westliche Stuetzpunkte ein wichtiges Thema sein, wie nach jedem Eroberungszug des Westens. Dazu passt auch sehr gut das staendige Gelaber von Klitschko, der schon mehrmals lautstark nach einer „Invasion des Westens“ gerufen hat.

Das einst so fortschrittliche Europa ist zu einem Trauma geworden. Ein Trauma von Einheit mit kapitalistischen Werten, wo die Reichen immer reicher und die Armen immer aermer werden. Und allein an den Demonstrationen in Kiew erkennt man gut, wozu die EU-Vertreter bereit sind. Sie sind wie immer bereit, fuer ihre Ziele ueber Leichen zu gehen!
Doch diese Ziele sind nicht allein die Ziele der EU. In Wirklichkeit nimmt die EU den USA in dieser Sache ganz viel Arbeit ab, wenn sie es nicht sogar auf Anleitung der USA tut. Es geht also nicht allein um die Ukraine und ganz sicher auch nicht um die Menschen dort. Es geht wie immer um die Vorherrschaft einer Weltmacht.

Viele Gruesse
Cathrin

EU-Demokratie