Heldinnen des Befreiungskampfes (4) – Võ Thị Thắng

Vo Thi Thang

Dieses Foto ist wohl eines der bekanntesten Bilder aus dem Vietnamkrieg. Aufgenommen von einem japanischen Fotografen und veroeffentlicht mit dem Titel Das Laecheln des Sieges zeigt das Foto die damals 23jaehrige Studentin Võ Thị Thắng unmittelbar nach ihrer Verurteilung zu 20 Jahren Zuchthaus im Gerichtssaal des suedvietnamesischen Marionettenregimes am 2. August 1968. Die Aufnahme mit dem Lachen von Võ Thị Thắng wurde zum Symbol der Standhaftigkeit und des Kampfeswillens der vietnamesischen Jugend.

Võ Thị Thắng wurde 1945 in der Provinz Long An im Mekong Delta geboren. Im Alter von 16 Jahren schloss sie sich der Nationalen Befreiungsfront Suedvietnams an. Als Studentin leistete sie in Saigon konspirative Arbeit u.a. bei der Vorbereitung der Tết-Offensive, die am 31. Januar 1968 begann. Nach deren Niederschlagung wurde Võ Thị Thắng verraten und von den Schergen des Marionettenregimes verhaftet. Auch unter Folter verriet sie ihre Genossen nicht. Nach ihrer Verurteilung durch das Militaergericht lachte sie ihre Richter aus und fragte, ob sie wirklich daran glaubten, dass das suedvietnamesische Regime noch so lange bestehe, um das Urteil bis zum Ende zu vollstrecken.

Võ Thị Thắng musste ihre Haftstrafe im Konzentrationslager auf der beruechtigten Teufelsinsel Côn Sơn im Côn Đảo-Archipel verbuessen. Nach der Befreiung und Wiedervereinigung uebernahm sie zunaechst Funktionen im Jugendverband und im Frauenverband von Hồ Chí Minh-Stadt. 10 Jahre lang war sie Mitglied des ZK der Kommunistischen Partei, drei Wahlperioden sass sie als Abgeordnete im Parlament. Zuletzt leitete sie als Genearldirektorin die vietnamesische Tourismusbehoerde, war Vorsitzende der vietnamesisch-kubanischen Freundschaftsgesellschaft und Vizevorsitzende der vietnamesischen Frauenunion.

Am 22. August dieses Jahres starb Võ Thị Thắng leider viel zu frueh nach schwerer Krankheit im Alter von nur 69 Jahren. Beigesetzt wurde sie mit einem Staatsbegraebnis in ihrem Heimatort.

Viele Gruesse
Cathrin

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Das Pentagon versucht, aus Verlierern Sieger zu machen

Von David Swanson | Antikrieg.com |

Am 200. Jahrestag der Esel von 1812, denen die Briten 1814 die Hauptstadt der Vereinigten Staaten von Amerika niederbrannten, sah ich mir den neuen Film von Rory Kennedy Last Days in Vietnam an. In diesem Film geht es um den Moment des Verlierens, der Niederlage, als das Militär der Vereinigten Staaten von Amerika zu guter Letzt den finalen Arschtritt bekam von den Vietnamesen, für die das nicht die letzten Tage Vietnams, sondern die letzten Tage des amerikanischen Krieges und der militärischen Okkupation durch den Westen waren.

So wie der Mittlere Osten heutzutage, wo die Vereinigten Staaten von Amerika damit beschäftigt waren, Kriege in Afghanistan und Irak zu verlieren und Libyen und Pakistan und Jemen und Palästina zu verwüsten, war Vietnam ein Desaster in der Zeit, in der der Film beginnt. Wie die Medien der Vereinigten Staaten von Amerika ISIS die Schuld an dem Zustand im Irak geben, so schiebt Last Days in Vietnam die Schuld den Nordvietnamesen zu. Das ist die Geschichte der Niederlage in Vietnam, aber sie wird vor allem von den Verlierern erzählt.

Eine vom Pentagon finanzierte Online-Feier des Kriegs der Vereinigten Staaten von Amerika gegen Vietnam beschreibt die in diesem Film gezeigten Vorfälle folgendermaßen:

„Die amerikanische Evakuierung geht zu Ende. Saigon fällt an die nordvietnamesischen Soldaten, und der organisierte südvietnamesische Widerstand gegen die kommunistischen Kräfte endet. Präsident Duong Van Minh gibt die bedingungslose Kapitulation der Republik Vietnam bekannt.“

Ich rate den Veterans for Peace (Veteranen für den Frieden), etwas gegen die laufende $65 Millionen teure Kampagne zur Glorifizierung des Kriegs der Vereinigten Staaten von Amerika gegen Vietnam zu unternehmen. Und ich empfehle, sich Last Days in Vietnam anzusehen, um einen Eindruck zu bekommen, wie Kriege enden. Besonders sollten sich diejenigen den Film ansehen, die es geschafft haben, nach all diesen Jahrzehnten Krieg noch immer mit Sieg oder Gewinnen oder Erfolg oder Errungenschaft in Verbindung zu bringen.

Die letzten Monate der Präsenz der Vereinigten Staaten von Amerika waren eine Zeit der Verleugnung durch den Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika und andere, dass die Nordvietnamesen kommen würden, um sie hinauszuwerfen. Jeder Amerikaner und jeder ihrer vietnamesischen Verbündeten und Kollaborateure hätte sicher mit allen Mitgliedern der Familie evakuiert werden können. Stattdessen kam es zu einer überstürzten Aktion in letzter Minute mit Helikoptern, die ins Meer geworfen wurden, nachdem sie ihre Passagiere auf Schiffe gebracht hatten, und vielen Zurückgelassenen, die den Tod vor Augen hatten.

Der Film gibt dem Kongress die Schuld, weil er Präsident Fords Antrag abgelehnt hat, die Mittel für eine Evakuierung zur Verfügung zu stellen. Aber das Pentagon hätte das sehr leicht selbst machen können, und Präsident Ford hat den Botschafter anscheinend nie angewiesen, das zu tun. Es spielt also die schaurige Musik, und blutrote Farbe fließt auf der Landkarte vom Norden in den Süden, wie die barbarischen kommunistischen Aggressoren, die nicht davor zurückschrecken, Gewalt anzuwenden, etwas, was Amerikaner nie machen würden, Saigon erreichen. Und sie kommen nur, weil Präsident Nixon von den Peaceniks aus dem Amt gejagt worden ist. Macht nichts, dass das schon ein paar Monate früher war, sie wären nie gekommen, wäre Nixon im Weißen Haus gewesen.

Natürlich neigt die Betrachtungsweise der Verlierer dazu, ebenso zu vernebeln wie zu enthüllen. Der Krieg musste zu Ende gehen. Das Volk, das um seine Heimat kämpfte, musste früher oder später über diejenigen siegen, die nur deswegen kämpften, weil sie schon am Kämpfen waren und die Schande nicht ertragen konnten, damit aufzuhören. Aber Last Days in Vietnam zeigt die Amerikaner, die den überstürzten Rückzug von zuhause aus verfolgten, Amerikaner, die früher in Vietnam „gedient“ hatten. Und diese glaubten, dass alle ihre Anstrengungen „zu nichts geführt“ hatten.

Nichts? Nichts? Vier Millionen hingeschlachtete Männer, Frauen und Kinder. Die Gesellschaft der Vereinigten Staaten von Amerika bezeichnet das als nichts. Von den Deutschen wird erwartet, dass sie wissen, wie viele Millionen ihre Regierung getötet hat. Von den Japanern wird verlangt, die vergangenen Sünden Japans zu studieren. Aber von den Vereinigten Staaten von Amerika wird erwartet, dass sie Nabelbeschau betreiben, ihre Missetäter glorifizieren und so tun, als wären ihre Niederlagen neutral, gleichgültig, nichtig.

Versuchen Sie, diese Geschichte auf Afghanistan oder Irak oder Gaza umzulegen – das trauen Sie sich nicht!

Mit freundlicher Genehmigung von www.antikrieg.com
Originalartikel vom 26. August 2014: Losing Losers and the Pentagon That Hires Them

Gefaehrliches Fundstueck

Bombenfund 01

Auch fast 40 Jahre nach dem Ende des Krieges lauert der Tod noch in der Erde und wartet auf neue Opfer. Waehrend in Zentralvietnam, besonders in den Gebieten entlang der ehemaligen Demarkationslinie am 17. Breitengrad, systematisch nach Minen und Blinggaengern gesucht wird, was allerdings bei dem gegenwaertigen Tempo noch Jahrzehnte dauern wird, sind solche Funde bei uns im Norden eher selten und meist dem Zufall geschuldet. Ich habe so etwas selbst zum ersten Mal gesehen.

Bombenfund 02Bombenfund 03

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Oft kommt es dabei zu tragischen Unfaellen, die regelmaessig Menschenleben fordern. Dabei ist meist Bruder Leichtsinn im Spiel. Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit einem solchen Fund umgehen sollen und wie gefaehrlich die Bomben und Granaten nach so langer Zeit noch sind. Hier aber wurden zum Glueck Spezialisten fuer solche Faelle gerufen, die sich damit bestens auskennen. Nach dem Entfernen des Zuenders wurde die Bombe mit einem LKW zum Sprengen abtransportiert. Nur wenn ein Zuender beim Entfernen Probleme macht, wird vor Ort gesprengt. Besondere Sicherheitsvorkehrungen gab es allerdings nicht. Doch die Zahl der Schaulustigen hielt sich in Grenzen, da die Bombe ein ganzes Stueck vom naechsten Dorf entfernt gefunden wurde.

Viele Gruesse
Cathrin

Bombenfund 06

Auslaendische Truppen im Vietnamkrieg (2/2) – Die Verbuendeten des Nordens

Tag der Befreiung

Ein bis heute sehr wenig bekannter Aspekt des Vietnamkrieges ist die Tatsache, dass einige der Verbuendeten der Demokratischen Republik Vietnam nicht nur umfangreiche Hilfslieferungen taetigten, sondern auch mit Armeeangehoerigen vor Ort waren. In die direkten Kaempfe gegen die Amerikaner griffen diese allerdings nur in Ausnahmefaellen ein.

ChinaChina

China war zunaechst der wichtigste Verbuendete Nordvietnams und schickte seit 1965 neben Waffen auch Soldaten. Insgesamt waren etwa 320.000 chinesische Soldaten in Vietnam im Einsatz. Die hoechste Zahl wurde im Jahre 1967 mit 170.000 erreicht. Sie waren zustaendig fuer die Sicherung und Instandhaltung von militaerischen Anlagen und Transportwegen. Durch die amerikanischen Bombardements kamen nach Schaetzungen etwa 1.000 Chinesen ums Leben. Nachdem die Zerwuerfnisse im sozialistischen Lager zwischen Moskau und Peking immer groesser wurden, fuhr China ab 1968 sein Engagement radikal zurueck und beendete es 1971. In vietnamesischen Archiven gibt es Belege, dass die Chinesen danach mehrmals moderne sowjetische Militaertechnik, die auf dem Schienenweg nach Vietnam unterwegs war, durch veraltete chinesische Waffen ersetzten.

UdSSRUdSSR

Die Sowjetunion war der wichtigste Lieferant Nordvietnams fuer Militaertechnik. Die Lieferungen umfassten bis zum Ende des Krieges mehr als 2.000 Panzer, 7.000 Geschuetze, 5.000 Flak-Geschuetze und fast 200 Boden-Luft-Raketen-Batterien. Ausserdem unterstuetzten rund 3.000 Soldaten und Offiziere aktiv den Kampf Nordvietnams gegen die Bombardements der USA. Es handelte sich dabei ueberweigend um Spezialisten fuer Rakententechnik und Ausbilder vom Kampfpiloten. 16 von ihnen kamen waehrend des Krieges ums Leben. Die ersten Abschuesse amerikanischer Flugzeuge ueber Nordvietnam im Jahre 1965 gehen auf das Konto sowjetischer Piloten und Raketentechniker.

NordkoreaNordkorea

Eine 137 Mann umfassende nordkoreanische Einheit, darunter 24 Kampfpiloten, unter dem Kommando des Oberstleutnants Kim Chang Xơn kam im Jahre 1965 ursprueglich zur Ausbildung nach Vietnam. Sie wurde im Distrikt Lạng Giang in der Provinz Bắc Giang nordoestlich von Hanoi stationiert und von vietnamesischen Luftwaffenoffizieren an der MIG 17 ausgebildet. Nach dem Erlernen der wichtigsten Grundlagen nahmen die nordkoreanischen Soldaten und Offiziere auf eigenen Wunsch am Kampf gegen die Amerikaner teil und schossen insgesamt 26 feindliche Flugzeuge ueber Nordvietnam ab. Waehrend der Kampfhandlungen kamen zwischen 1965 und 1968 14 Nordkoreaner ums Leben. Ihre Graeber wurden auf dem Huegel Rừng Hoàng in der Gemeinde Tân Dĩnh mit freiem Blick in Richtung ihrer Heimat errichtet und von der einheimischen Bevoelkerung gepflegt. Im Juni 2002 wurden die sterblichen Ueberreste auf Wunsch der nordkoreanischen Regierung in die Heimat ueberfuehrt. Daraufhin baute man die heutige Gedenkstaette mit den 14 Grabsteinen, auf denen die Namen der Toten in koreanischer und vietnamesischer Sprache stehen.

Nordkoreanischer Friedhof in Bac Giang

KubaKuba

Kuba unterstuetzte Nordvietnam vor allem mit Ausbildern und Militaerberatern. Eine genaue Zahl habe ich nicht gefunden, aber es sollen mehrere Tausend gewesen sein. Praesident Fidel Castro besuchte 1972 einige befreite Gebiete in Suedvietnam (Foto unten).

Ueber des Engagement und die Solidaritaet der DDR mit dem vietnamesischen Volk habe ich im Blog schon ausfuehrlich berichtet. Ganz aehnliche Aktionen gab es auch in den anderen Staaten des Warschauer Vertrages, die Nordvietnam im Rahmen ihrer Moeglichkeiten unterstuetzten.

Viele Gruesse
Cathrin

Fidel in Vietnam

Auslaendische Truppen im Vietnamkrieg (1/2) – Die Alliierten des Suedens

Tag der Befreiung

Mit der Befreiung von Saigon ging am 30. April 1975 der Vietnamkrieg zu Ende. Der „Amerikanische Krieg“, wie der Konflikt in Vietnam genannt wird, war jedoch nicht nur ein Krieg zwischen der Nationalen Befreiungsfront und der nordvietnamesischen Volksarmee auf der einen sowie der Armee der sogenannten Republik Vietnam und der US-Army auf der anderen Seite. Beide kriegfuehrenden Parteien wurden sowohl materiell als auch mit Soldaten von mehreren Verbuendeten unterstuetzt. So kamepften an der Seite des suedvietnamesischen Marionettenregimes nicht nur insgesamt mehr als 2,7 Millionen Amerikaner in Vietnam, sondern auch Militaerangehoerige weiterer Staaten.

SuedkoreaSuedkorea

Mit einer Truppenstaerke von durchschnittlich 50.000 Mann stellte Suedkorea das zweitgroesste auslaendische Truppenkontingent in Suedvietnam. Zwischen 1965 und Anfang 1973 kaempften insgesamt 320.000 Suedkoreaner an der Seite der Suedvietnamesen und der Amis. Dabei kamen mehr als 5.000 ums Leben, etwa doppelt so viele wurden verwundet. Die Suedkoreaner waren beruechtigt und gefuerchtet fuer ihre Brutalitaet und schreckten auch vor Graeueltaten und Massakern an der vietnamesischen Zivilbevoelkerung nicht zurueck. Fuer den Einsatz der Suedkoreaner in Vietnam zahlten die USA 250 Millionen Dollar an die Regierung in Seoul.

AustralienAustralien

Zwischen 1962 und 1972 kamepften mehr als 61.000 Australier in Vietnam. Die Truppenstaerke war allerdings auf 8.000 Mann beschraenkt. Neben Infantrie- und Spezialeinheiten umfasste das australische Kontingent ein Hubschraubergeschwader, Transport- und Bombenflugzeuge sowie einen Zerstoerer der Marine. Mehr als 500 Australier wurden getoetet, etwa 3.000 verwundet.

PhilippinenPhilippinen

Die Philippinen entsandten im Jahre 1966 ein Kontingent von mehr als 10.000 Mann zur Unterstuetzung der Regierung in Saigon. Die Truppen nehmen aber nicht direkt an den Kaempfen teil, sondern beschraenkten ihren Einsatz auf medizinische und logistische Unterstuetzung.

NeuseelandNeuseeland

Zwischen 1964 und 1972 kaempften mehr als 3.800 Neuseelaender in Vietnam. Die Truppen umfassten Artillerie, Pioniere, medizinisches Personal und eine Elite-Luftlandeeinheit. Ausserdem dienten neuseelaendische Piloten in australischen Einheiten. 37 Neuseelaender kamen ums Leben, 187 wurden verwundet. In der Bevoelkerung Neuseelands war die Teilnahme am Krieg ausserst unpopulaer. Sie fuehrte letztlich zum Sturz der damaligen Regierung der National Party unter Jack Marshall.

ThailandThailand

Thailand stellte den USA zwar sein Territorium fuer Luftwaffenstuetzpunkte und als Aufmarschgebiet zur Verfuegung, hatte aber selbst nur ein sehr kleines Kontingent direkt vor Ort, das als Queen’s Cobra Battalion bekannt wurde. Das Land beteiligte sich mit seiner Polizei auch an den erfolglosen Versuch, den Ho-Chi-MInh-Pfad im benachbarten Laos zu unterbrechen.

TaiwanTaiwan

Taiwan beteiligte sich schon seit dem Jahr 1961 mit Transportflugzeugen und mehreren Hundert Mann einer streng geheimen Spezialeinheit, die auch Aktionen in Nordvietnam durchfuehrte, an der Unterstuetzung der Saigoner Regierung. Bis zum Ende des Engagements 1972 starben 25 Taiwanesen in Vietnam, eine unbekannte Anzahl geriet in Nordvietnam in Gefangenschaft. Ausserdem gingen drei Flugzeuge verloren.

KanadaKanada

Kanada war kein offizieller Kriegsteilnehmer. Die kanadische Industrie lieferte den USA aber in den 1960er und fruehen 1970er Jahre Kriegsmaterial im Werte von 2,5 Milliarden Dollar, darunter Napalm und Agent Orange. Eine unbekannte Anzahl von Kanadiern kaempfte freiwillig in der US-Army in Vietnam. Dabei kamen mindestens 100 von ihnen ums Leben.

Im zweiten Teil dieses Themas geht es dann morgen um die Verbuendeten Nordvietnams.

Viele Gruesse
Cathrin

Hubschraubergeschwader

Fernsehtipp

Screenshot RBB

Diesen HInweis habe ich vorhin aus Berlin bekommen. Heute Abend um 21 Uhr im RBB-Fernsehen: Unter Honeckers Flagge – Die MS Halberstadt im Vietnamkrieg

Es war der 16. April 1972, als für über 50 Seeleute der Deutschen Seereederei der DDR in Vietnam der Krieg begann. Ihr Schiff, die „MS Halberstadt“ lag vertäut im Hafen von Haiphong im Norden Vietnams, die Ladung war bereits weitgehend gelöscht, als eine Rakete gegen 14 Uhr, abgefeuert von einem US-Kampfjet das Schiff seitlich traf und ein metergroßes Loch in die Bordwand riss.

Unvorhergesehen befanden sich die Besatzungsmitglieder der „MS Halberstadt“, die bei ihrer Abreise in Rostock von einer normalen Handelsfahrt ausgegangen waren, in Lebensgefahr! Der Angriff auf ein ostdeutsches Handelsschiff – er war ein Versehen. Zu einer Zeit, als auch den verantwortlichen Politikern in den USA klar war, dass dieser Krieg nicht mehr zu gewinnen war.

Doch mit einer Ausweitung der Luftangriffe auf Nordvietnam wollte die Supermacht die militärische Initiative zurückgewinnen, um in Paris, wo seit 1968 über eine Beendigung des Krieges verhandelt wurde, aus einer Position der Stärke heraus operieren zu können. Das Handelsschiff eines neutralen Landes getroffen zu haben, brachte die USA dabei in große Erklärungsnot. Das Schiff wurde nach Singapur gebracht, um dort auf Kosten der USA repariert zu werden. Kurze Zeit später begann die US Navy damit, die Hafeneinfahrt von Haiphong zu verminen, um den wichtigsten vietnamesischen Hafen von der Außenwelt abzuschotten.

Doch damit begann der zweite Teil des Dramas: Weil die Nordvietnamesen sich von der Anwesenheit der internationalen Handelsschiffe den Schutz ihrer Hafenanlagen versprachen, sollte ein anderes Schiff der DDR den Platz der Halberstadt in Haiphong einnehmen. Der Kapitän der „MS Frieden“, die vor Haiphong auf Reede lag, bekam Order, sich einen Weg durch den Minengürtel zu suchen. Alle Besatzungsmitglieder mussten an Deck antreten und ihre Schwimmwesten anlegen, um im Falle eines Minentreffers sofort über Bord springen zu können, als die „Frieden“ sich in langsamer Fahrt den „Verbotenen Fluss“ entlangschob.

Das Manöver gelang. Am folgenden Tag meldete die „New York Times“ sehr zum Ärger der US-Regierung, dass es einem ostdeutschen Schiff gelungen sei, die Minensperre zu durchbrechen. Der Film „Unter Honeckers Flagge – Die MS Halberstadt im Vietnamkrieg“ erzählt die Geschichte der zwei Schiffe „Halberstadt“ und „Frieden“ und ihrer Besatzungen, eingebettet in den Kontext des Vietnam-Krieges. Zeitzeugen erzählen, wie sie die Bombenangriffe in Haiphong erlebten.

Quelle: rbb-online

Update 2.4.
Der Film ist jetzt in der Mediathek des RBB zu sehen: Die MS Halberstadt im Vietnamkrieg

„Tôi không bao giờ quên được! Sự kiện ấy, tiếng nổ ấy và những gì xảy ra sau đó, tất cả khiến tôi không bao giờ quên được. Nó gây ra một ấn tượng sâu sắc và nằm lại vĩnh viễn trong tôi.
Hình ảnh con người bị bom khiến thịt nát xương tan, gây ra nhiều thiệt hại như vậy, xác chết nằm ở khắp mọi nơi, sẽ tồn tại vĩnh viễn.“

Chiếc tàu thương mại „MS Halberstadt“ bị trúng tên lửa của Mỹ khi có mặt tại cảng Hải Phòng, Việt Nam vào ngày 16 tháng 4 năm 1972. Diễn biến câu chuyện, hậu quả với những người trong cuộc được kể lại qua hình ảnh ngày ấy và lời kể của những nhân chứng sống sót ngày hôm nay.

Viele Gruesse
Cathrin

Triumpf und Trauma

Billhardt 01

Die Onlinezeitung VietNam Express veroeffentlichte heute eine Reihe von Fotografien des Bildreporters Thomas Billhardt. Fuer die DDR-Buerger waren die Bilder von Thomas Billhardt der Blick in die Welt – sie sind vielen noch heute im Gedaechtnis. Zwischen 1962 und 1985 reiste Billhardt insgesamt zwoelf Mal nach Vietnam. Mit seinen Kriegsbildern wurde er Ende der 1960er Jahre weltweit bekannt. Seine Fotos, von denen er spaeter sagte, er habe sowohl den Triumpf, aber auch das Trauma des vietnamesischen Volkes eingefangen, dokumentierten erstmals die Schrecken dieses Krieges, vor allem in den Gesichtern der Kinder, die er fotografiert hat. Hier geht es zu den Bildern: Việt Nam thời chiến tranh qua ống kính người Đức

Viele Gruesse
Cathrin

Billhardt 02

Fotos: Thomas Billhardt via vnexpress.net