Gefaehrliches Fundstueck

Bombenfund 01

Auch fast 40 Jahre nach dem Ende des Krieges lauert der Tod noch in der Erde und wartet auf neue Opfer. Waehrend in Zentralvietnam, besonders in den Gebieten entlang der ehemaligen Demarkationslinie am 17. Breitengrad, systematisch nach Minen und Blinggaengern gesucht wird, was allerdings bei dem gegenwaertigen Tempo noch Jahrzehnte dauern wird, sind solche Funde bei uns im Norden eher selten und meist dem Zufall geschuldet. Ich habe so etwas selbst zum ersten Mal gesehen.

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Oft kommt es dabei zu tragischen Unfaellen, die regelmaessig Menschenleben fordern. Dabei ist meist Bruder Leichtsinn im Spiel. Viele Menschen wissen nicht, wie sie mit einem solchen Fund umgehen sollen und wie gefaehrlich die Bomben und Granaten nach so langer Zeit noch sind. Hier aber wurden zum Glueck Spezialisten fuer solche Faelle gerufen, die sich damit bestens auskennen. Nach dem Entfernen des Zuenders wurde die Bombe mit einem LKW zum Sprengen abtransportiert. Nur wenn ein Zuender beim Entfernen Probleme macht, wird vor Ort gesprengt. Besondere Sicherheitsvorkehrungen gab es allerdings nicht. Doch die Zahl der Schaulustigen hielt sich in Grenzen, da die Bombe ein ganzes Stueck vom naechsten Dorf entfernt gefunden wurde.

Viele Gruesse
Cathrin

Bombenfund 06

Măng cụt – Mangostane

Mangostane 02

Nachdem die Litschi-Saison fast vorbei ist, ueberschwemmt nun mit meinem Lieblingsobst Mangostane eine andere koestliche Frucht die Maerkte. Diese Fruechte finden nur selten den Weg nach Europa, denn sie halten sich nach der Ernte nur wenige Tage. Mangostane hat mit Mango nichts zu tun, sondern entstammt der gaenzlich unverwandten Familie der Johanniskrautgewaechse. Das Wort Mangostan stammt aus dem malaiischen, wo die Baeume urspruenglich beheimatet waren. Die Baeume werden bis zu 30 Meter gross und koennen weit ueber 100 Jahre alt werden. Die erste Ernte kann etwa sieben bis neun Jahre nach der Pflanzung erfolgen, die besten Ernten werden 10 bis 20 Jahre nach der Pflanzung erzielt. Manche Baeume tragen bis zu 100 Jahre lang Fruechte.

Der Preis fuer ein Kilo dieses unwahrscheinlich leckeren Obstes aus dem Mekong Delta ist in den vergangenen Tagen von 45.000 VNĐ (1,60 Euro) auf 25.000 VNĐ (90 Cent) gefallen. Wegen des sehr guenstigen Wetters und des damit verbundenen Ueberangebotes befinden sich auch viele andere Preise fuer Obst und Gemuese auf den Maerkten derzeit im freien Fall. Melonen, Drachenfruechte, Birnen, Gurken, Tomaten und andere Erzeugnisse sind so preiswert wie schon lange nicht mehr. Die Preise fuer Reis dagegen sind schon seit laengerer Zeit stabil geblieben und liegen je nach Sorte weiterhin zwischen 12.000 und 20.000 VNĐ (40-70 Cent) pro Kilo.

Viele Gruesse
Cathrin

Mangostane 01

Einfaches Leben im Bergland

Song Ma 02

Der Osten der Provinz Hòa Bình grenzt direkt an Hanoi. Unser Distrikt Lương Sơn liegt quasi im sogenannten Speckguertel der Hauptstadt. Deshalb geht es den Einwohnern noch vergleichsweise gut. Je weiter man aber in die etwas abgelegeneren Gegenden des Berglandes kommt, umso aermlicher werden die Doerfer und die Behausungen der Bewohner. Besonders in der Provinz Điện Biên gibt es entlang der Grenze zu Laos extrem arme Regionen.

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Aber auch in unserer Nachbarprovinz Sơn La leben viele Menschen nur ein sehr einfaches Leben. Die Fotos entstanden auf unserem Ausflug im Distrikt Sông Mã, der aus der gleichnamigen Hauptstadt und 18 Gemeinden besteht und nur wenige Kilometer abseits der Nationalstrasse Nr.6 liegt. Von den gut 112.000 Einwohnern, die ueberwiegend von der Landwirtschaft und vom Fischfang leben, gehoeren 65 Prozent der Minderheit der Thái an, 16 Prozent sind H’Mông und nur 13 Prozent ethnische Vietnamesen (Kinh). Daneben gibt es dort noch Angehoerige der kleineren Minderheiten wie Sinh Mun, Khơ Mú und Kháng.

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Bemerkenswert finde ich, dass an vielen der sehr einfachen Haeuser eine Satellitenschuessel haengt. Strom ist also fast ueberall vorhanden, sauberes Wasser in den meisten Faellen jedoch noch nicht.

Viele Gruesse
Cathrin

Song Ma 10

Markttag

Luong Son - Markt 02

Unsere Distriktshauptstadt Lương Sơn ist nur eine kleine Stadt mit gut 10.000 Einwohnern. Deshalb sind die mehrmals woechtlich stattfindenden Maerkte auch nicht so gut besucht wie die in groesseren Orten, was das Einkaufen aber sehr angenehm macht. Lương Sơn liegt zwar direkt an der Nationalstrasse Nr.6 etwa 40 Kilometer vom Zentrum Hanois entfernt, aber die Busse mit Touristen nach Hòa Bình, Mai Châu, Sơn La oder Điện Biên Phủ fahren immer ohne Halt durch.

Viele Gruesse
Cathrin

Luong Son - Markt 03Luong Son - Markt 04

Luong Son - Markt 01

Die Impertinenz des "Geiz ist geil"

Geiz ist geil Foto: thanhnien.com.vn

Die Onlineausgabe der Jugendzeitung Thanh Niên veroeffentlichte heute einen Artikel ueber ein franzoesisch-polnisches Paerchen, das den in Deutsachland sehr bekannten Slogan Geiz ist geil auf die Spitze getrieben hat. Die beiden 32- bzw. 30jaehrigen Touristen reisten mehrere Wochen lang mit einem Budget von nur 10 Dollar pro Tag durch Vietnam und baten mit einem auf vietnamesisch geschriebenen Zettel, den sie ganz frech auch noch „Special Visa“ nannten, die einheimische Bevoelkerung um Hilfe und Unterstuetzung bei ihrer Reise. Die gleiche erbärmliche Masche sollen sie vorher schon in einigen anderen Laendern abgezogen haben. Und sie sind auch noch stolz darauf! Hier geht es zum Artikel: Foreign travels Vietnam relying on the kindness of strangers

Da verschlaegt es mir doch glatt die Sprache. Fuer Touristen aus dem Goldenen Westen, die die Gutmuetigkeit der Einheimischen ausnutzen, um sich ein paar billige Wochen zu machen, habe ich NULL Verstaendnis. Als Schuelerin habe ich mir mein Reisegeld verdient, indem ich in den Herbst-, Winter- oder Osterferien im Kaufland Regale aufgefuellt habe. Es waere mir nie in den Sinn gekommen, auf Kosten meiner Freunde in Hanoi oder gar auf Kosten fremder Menschen zu leben und zu reisen. Jeder muss sich doch nach seinen eigenen finanziellen Verhaeltnissen richten. Und das schamlose Ausnutzen der Hilfsbereitschaft von Menschen, die garantiert nicht so viel Geld haben wie jemand, der aus Europa kommt, halte ich gelinde ausgedruckt fuer eine Unverschaemtheit. Die beiden haetten mir mal ueber den Weg laufen sollen!

Viele Gruesse
Cathrin